Login  

Du bist Mitglied oder ein Freund des Stammes und kannst nach dem Login noch immer keine Bildergalerien sehen? Dann schreib deinem Gruppenleiter oder dem Stammesvorstand eine Mail und du wirst freigeschaltet.

   

smile.amazon  

Du bestellst etwas bei amazon?

Dann unterstütze uns, indem du smile.amazon.de anstelle der normalen amazon.de Seite nutzt und stelle einmalig "DPSG Montabaur e.V." als Organisation ein. ;)

Vielen Dank für deine Hilfe!

(Mehr hier)

   

"Wie ja bereits bekannt ist, hat der Stamm Mons-Tabor schon vor dem 2. Weltkrieg bestanden. Von dieser Zeit sind keine offiziellen Unterlagen oder Chroniken vorhanden. Zwei ehemals aktive Stammesmitglieder Karl Theis und Karl Schröder haben den folgenden Überblick zusammengestellt.

Nachdem 1928/1929 die DPSG in Deutschland gegründet wurde, erwog man auch in Montabaur die Gründung einer solchen Gruppe. Im Jahr 1931 unternahm Karl Jung den entscheidenden Schritt. Er kann somit als Gründer der "Pfadfinderschaft St. Georg Stamm Mons-Tabor" angesehen werden.

In den Jahren 1931 bis 1937 bestand der Stamm aus zwei Gruppen: Wölflinge und Pfadfinder. (1933: je 18 Mitglieder)

Im Landeslager in Königshofen mußten sich die Gruppen dann einer Prüfung unterziehen, um als neuer vollwertiger Stamm anerkannt zu werden. nach einiger Zeit bildete sich der Gau Montabaur, Kleinholbach-Girod, Villmar. Gaufeldmeister wurde Karl Theis.

Beim Gauthing in Kirchähr war Montabaur mit 35 Mitgliedern vertreten. Um die regelmäßigen Gruppenstunden zu ermöglichen, stellte die Pfarrei die Hälfte des Hühnerstalles im Pfarrhof zur Verfügung. Dieser Teil (ca. 15qm) wurde zu einem Gruppenraum eingerichtet. Hühnerstall und Scheune wurden später umgebaut und beherbergen heute die Altentagesstätte.

Private und stammeseigene Ausrüstung sind den heutigen in keiner Weise gleichzustellen: Fahrten wurden natürlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad durchgeführt, übernachtet wurde - mangels Zeltmaterial - in Scheunen.

Unvergleichliche Schwierigkeiten, denen der damalige Stamm ausgesetzt war - die in der heutigen Jugendarbeit völlig unbekannt sind - erwuchsen ab 1933 durch den zunehmenden Machteinfluß Hitlers. So wurde ab 1934 das öffentliche Erscheinen in Kluft untersagt; Auseinandersetzungen mit der Hitlerjugend waren an der Tagesordnung. Die DPSG wurde dabei oft von befreundeten Verbänden wie Neudeutschland und dem Gesellenverein unterstützt.

Doch auch diese unschönen Anhängsel, die aus der Mitgliedschaft in der DPSG entstanden, konnten die Pfadfinder in ihrer Arbeit nicht entmutigen. Im Gegenteil: am 31. Mai 1935 wurde in Horressen ein acht Mitglieder umfassender Stamm gegründet.

Ein Lager in Kirchähr wurde von der HJ boykottiert und abgebrochen. 1932 erlebten die Wölflinge ein ruhiges Zeltlager bei Nomborn. Am Tag, an dem die Heimweihe in Elgendorf stattfinden sollte, wurde die HJ aus der ganzen Umgebung zusammengezogen, um gegen die DPSG ("Staatsfeinde") vorgehen zu können.

1934/35 hatte der Stamm seinen höchsten Stand vor dem Krieg erreicht und zählte 80 Mitglieder.

Gerade die Versuche der HJ, das Vereinsleben der DPSG (und anderer Vereine) zu zerstören, waren es, die die Gruppen noch mehr festigten und zusammenhielten. Das Ansehen, das der Stamm damals bei der Bevölkerung genoß, kann durch das wie folgt beschriebene Ereignis charakterisiert werden: Bei der ersten Maikundgebung im Nazi-Reich marschierten folgende Verbände mit: Jungvolk, HJ, SA, SS, BDM, am Schluß der Pfadfinderstamm St. Goar. Großer Beifall von seiten der Montabäurer Bevölkerung. Es war die erste und letzte Kundgebung, die der Pfadfinderstamm im Nazi-Reich mitmachte.

Der Druck, den die HJ und das gesamte Regime auf die Jugendorganisationen - so auch auf die DPSG in Montabaur - ausübten, vergrößerte sich zusehens. Eine schwierige Frage stellte sich für die damaligen Pfadfinder, die Frage des Weiterbestandes oder der Auflösung des Stammes. Eine Frage, die auch ausgiebig mit dem damaligen Pfarrer von Montabaur, Jäger, besprochen wurde.

Als sich im November 1937 die Lage zuspitze - am 21.10.37 wurde bei dem damaligen Stammesführer Karl Theis eine Hausdurchsuchung vorgenommen, am 26.11.37 wurde das Banner, das im Tabernakel der Pfarrkirche versteckt war, beschlagnahmt, am 27.11.37 erschien ein Hetzartikel gegen die DPSG in Montabaur in der Lokalzeitung - entschloß man sich schweren Herzens dem Druck nachzugeben und den Stamm aufzulösen.

Damit endete die 7 jährige Stammesgeschichte der Vorkriegszeit in Montabaur.

Über den Krieg gerettet wurde das Lilienbanner und zwei Lederwimpel, die noch heute im Besitz des Stammes sind."

   
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen